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Residenz Theater Leichtes Spiel von Botho Strauß
Unzähmbares Käthchen
Zwanzig Darsteller gestalteten das "leichte" Spiel zu einem Reigen, der sich am Ende doch nur bedingt zum Gesamtbild formiert. Jede Szene ist dabei ein (Straußsches) Kabinettstück. Besonders einprägsam gestalteten Lisa Wagner und Jens Harzer den Part um die "Kreative". Gina Henkel hatte sich als "Zungenfertige" gegen einen brillanten und hochkomödiantischen Thomas Loibl zur Wehr zu setzen. Und Sybille Canonica wies als "Bittere" mit ungeahntem aggressiven Temperament Gerd Anthoff in die ohnehin sehr engen Grenzen seiner Rollenfigur. Cornelia Froboess monologisierte zuletzt als "Spätes Mädchen" furios und brachte die Zuschauer nach über drei Stunden an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit.
Die sehenswerte, wenngleich anstrengende Inszenierung zeugt von der Altersweisheit zweier Männer (Strauß/Dorn), deren Sicht auf des Thema Frau, es liegt wohl in der Natur der Sache, keine vordergründig optimistische sein kann. Unter Hinzufügung der sich wandelnden gesellschaftlichen Verhältnisse und der topografischen Neubestimmung der Frau darin entsteht vielmehr ein Bild, das eine unterschwellige Untergangsstimmung transportiert. Zugespitzt formuliert könnte man meinen, das Ende der Art ist eingeläutet mit der Selbstbestimmung und der Selbstentfaltung der Frau. Aber gottlob kommt niemand auf diesen Gedanken, denn wir wissen um die Macht der Natur.
Leichtes Spiel von Botho Strauß
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